Allgemein · rezensiert

die Frau ohne Namen – Rezension

„don’t judge a book by its cover“

Dieses Zitat lässt sich auf wahnsinnig viele Bereiche unseres Lebens ausweiten. Alleine schon, wenn wir auf Partnersuche sind oder der besten Freundin erklären, dass sie dem netten Typ von der Straße gegenüber eine Chance geben soll, auch wenn er keinem der attraktiven Schauspieler und Models ähnelt, von denen sie sich täglich durch Instagram aussetzt. Wir benutzen das Zitat schon so häufig, dass wir ganz vergessen, das offensichtliche zu sehen. Denn wir kennen es bestimmt alle: wir sind einkaufen und entscheiden uns, auf einen spontanen Shopping-Trip zum Bookstore unseres Vertrauens. Dort angekommen sind wir natürlich im Himmel (schon alleine der Geruch nach frisch gedruckt!). Bestseller, Klassiker und Neuheiten – in gebundener Form und im praktischen Taschenbuch Format soweit das Auge reicht. Aber wenn man sich in die Richtung des Neuheiten- Stapels begibt, fällt einem schnell auf: um alle Klappentexte zu lesen fehlt mir einfach die Zeit! Also wonach soll ich mich auf den ersten Blick orientieren? Und da sind wir wieder. Bei dem „cover“ aus dem oben genannten Zitat, nachdem wir eigentlich nicht vorgehen sollten aber in manchen Situationen doch unterbewusst machen.

Wieso ich mit diesem Einstieg anfange? Bei dem Buch, um das es in diesem Beitrag geht, war der erste Eindruck auch nicht der beste. Ich will nicht sagen, dass mir das Cover nicht gefällt, es ist nur nicht so ein Hingucker für mich. Ich habe mich deshalb bei diesem Buch auf mein Bauchgefühl verlassen und gehofft, dass ich nicht enttäuscht werden würde.

Um was geht’s? Frauen zwischen 18 und 32 für Ethik- und Moralstudie gesucht. Großzügige Vergütung. Anonymität garantiert. Als Jess sich für die Studie anmeldet, glaubt sie, nur ein paar Fragen beantworten zu müssen, um das Geld einstecken und wieder verschwinden zu können. Doch „Testperson 52“, wie Jess nun genannt wird, erweist sich als verheißungsvolles Forschungsprojekt, die Fragen werden immer persönlicher. Jess kann kaum noch unterscheiden, was in ihrem Leben real ist oder nur eines der manipulativen Experimente von Dr. Shields. Gefangen in einem Netz aus Täuschung und Eifersucht muss Jess erkennen, dass manche Obsessionen tödlich sein können.


Kurzinfo:

♡ April 2019 erschienen

♡ Genre: Roman / Thriller

♡ rund 500 Seiten

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Meine Meinung: Es war das erste Buch von Hendricks und Pekkanen für mich und obwohl ich weiß, das auch die bisherigen Bücher ganz gut ankamen, ging der Hype bisher an mir vorbei. Als ich jedoch hörte, dass „Die Frau ohne Namen“ erscheinen sollte und ich dank Corona ausreichend freie Zeit hatte, entschied ich mich dazu, dieses Buch einfach mal auszuprobieren und zu sehen, wie mir der Schreibstil gefällt. Ich kam schnell in die Geschichte rein und schlüpfte in die Rolle der jungen Frau Jess. Sie ist Mitte 20 und arbeitet im Kosmetikbereich als mobile Make-up Artistin. Eigentlich gelangt sie durch puren Zufall in das Projekt und hofft, sich damit etwas dazuverdienen zu können. Ich fand ihre Art und auch die Entscheidungen, die sie traf, sympathisch und realitätsnah,  was es dem Leser leichter macht, mich ihr mitzufiebern und sie kennenzulernen. Schon zu Beginn erfahren wir viel über sie und ihre Persönlichkeit, z.B. wie sie zu dazu steht, ob man Menschen verletzten darf, wenn man von ihnen verletzt wurde. Diese Frage und noch eine weitere werden ihr schon am Anfang gestellt und man fragt sich automatisch: Wie würde ich reagieren? Und wozu wäre ich fähig? 

Auf der anderen Seite steht Dr. Shields, über die wir anfangs nicht allzu viel erfahren. Das ändert sich aber deutlich, wenn man sich erstmal etwas eingelesen hat. Ich muss sagen, mir gefiel dieser Wechsel zwischen den beiden, weil es sich wie zwei verschiedene Sichtweisen anfühlt, die einander gegenübergestellt werden.

Jess ist sehr nahbar und erinnert mich an viele Freundinnen von mir: Mitte Zwanzig, noch auf der Suche nach dem erfüllenden Job, einem liebevollen Partner und einer Familie. Deshalb fällt es leicht, auch in etwas langwierigeren Kapiteln dabeizubleiben und das Buch nicht zur Seite zu legen. Man spürt einfach den Knall, auf den das Buch hinarbeitet und eins kann ich auf jeden Fall sagen: Es kommt ganz anders als im ersten Moment gedacht.

Trotzdem hatte ich so meine kleinen Schwierigkeiten:

  1. Dieses anstrengende Klischee von dem supersüßen, perfekten Typen, der morgens Frühstück macht, total toll aussieht, aber natürlich (!) nicht einfach genommen wird – NEIN! Wir müssen natürlich im nächstbesten Club einen Unbekannten aufreißen nur um danach zu Tode betrübt zu sein
  2. Die unendlichen Möglichkeiten dieser Dr. Shields. Zwischendrin hätte ich auch nicht daran gezweifelt, dass im nächsten Moment rauskommt, dass sie eigentlich Präsidentin von Amerika ist, so unrealistisch wurden ihre ganzen Verbindungen teilweise dargestellt.
  3. Diese ganzen offensichtlichen Zufälle: ich verrate nicht zu viel aber wenn man zufällig wohngeschickt wird, in dessen Haushalt es dann zufällig einen gewalttätigen Ehemann gibt, der dann – natürlich ganz zufällig – am ENDE des Buches noch eine Rolle spielt, weil es dann einfach bei den Haaren herbeigezogen irgendwie reinpasst.. ja dann sind das doch schon einige Zufälle.

 

Fazit: spannend, interessant und etwas, dass dir nicht für lange Zeit nachhaltig im Kopf bleiben wird. Aber müssen das alle Bücher wirklich?

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Spannung ★★★☆☆( 3 / 5 )

wie sicher ist es, das ich noch ein Buch vom Autor lese? ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4 ★★★★

 

P.S. Ich habe das tolle Bewertungsschema bei einem ganz tollen Blog entdeckt und deshalb einiges davon übernommen. Also schaut gerne bei Buchperlenblog vorbei!

 

bleibt gesund ♡

 

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