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American Vandal – Serienkritik

Ich bin müde. Müde, aufgedreht, glücklich, hibbelig, nachdenklich, überrascht. Dafür kann es nur 2 Gründe geben. Grund 1) Man hat die ganze Nacht ein Buch gelesen, es vollendet und man wird es nicht mehr los. Oder Grund 2. Etwas ähnliches, nur nicht in Form eines Buches sondern einer Serie. Und genau das ist mir von gestern auf heute passiert. Ich habe endlich wieder eine Serie so gefeiert, dass ich sie innerhalb eines halben Tages durchgesuchtet habe. Dabei handelt es sich um ein Netflix Original, welches erst vor kurzem erschienen ist: American Vandal. Gestern Nachmittag hatte mir eine Freundin davon erzählt und gemeint, ich solle mir doch mal eine Folge ansehen und ihr berichten, wie es mir gefällt. Gesagt – getan. Ich liege also im Bett und schaue mir die erste Folge an. Dann die zweite, die dritte.. und auf einmal ist es 4 Uhr und ich bin fertig – einfach so.


Kurzinfo:
– im September 2017 erschienen
– Netflix Original
– 8 Folgen à 35 Minuten

Was ist das für eine Serie? Es geht um einen Jungen namens Dylan. Er wurde der Schule verwiesen, weil ihn nachgesagt wird, dass er Schwanz-Bilder auf die Autos von den meisten Lehrkräften seiner Schüler gesprüht hat. Was kann man über Dylan sagen, ohne das es unfassbar gemein klingt? Er ist nicht gerade klug, etwas dümmlich und er schmiert auch in seiner Freizeit überall Genitalien in die Gegend. Den Rest seiner Freizeit verbringt er damit, Prank Videos auf YouTube zu posten, Leute anzufurzen, zu kiffen oder Alkohol zu konsumieren. Alles klingt schlüssig, er muss der Vandale gewesen sein. Doch einige Freunde können ihm ein Alibi geben und der einzige Zeuge, der meint ihn gesehen zu haben, ist der notorische Lügner Alex, der gerne Schwachsinn erzählt. Eine Gruppe Schüler machen es sich zur Aufgabe, seine Unschuld in Form einer Reportage zu beweisen und im Laufe der Serie finden wir heraus, ob ihnen das gelingt.

Meine Meinung: Normalerweise packt mich so eine Art von Humor garnicht, aber dieses mal war es anders. Es wird aufgezeigt, wie sehr wir in unserer heutigen Welt von Social Media leben.Es gibt keine Fingerabdrücke mehr – wozu auch? Wir haben Instagram Bilder und Whatsapp-Chats, die alles nötige beweisen können. Die Serie zeigt unsere Jugend auf und macht daraus ein Spiel mit verschiedenen Mosaiken, die zu einem großen zusammengefügt werden müssen. Zur Hilfe haben wir kindische Lügen, High-School-Affären und Snapchat.Videos. Und diese helfen uns am Ende einen Schwanz-Skandal aufzulösen – unglaublich. Und natürlich wollen wir den armen Dylan retten, der nicht nur ein totaler Unsympath ist, sondern auch nichts in der Birne hat. Oder war er es doch? Wir beobachten die High-School- Schüler, die immer mehr im Mittelpunkt stehen und sich von ihrem plötzlichen „Ruhm“ einlullen lassen, und so das Privatleben jedes Schülers zu veröffentlichen, nur um noch mehr Beliebtheit zu erlangen. So schafft die Serie wieder den Dreh von einer mittelmäßigen Krimi-Parody zum Kritiker unserer heutigen Gesellschaft. Ich bin überzeugt, obwohl es auch schön gewesen wäre nicht in gefühlt jedem zweiten Satz das Wort „Schwanz“ hören zu müssen.

Fazit: Schaut euch die erste Folge an und überzeugt euch selbst, diese Serie lohnt sich.

Rating★★★★★

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