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Raum – Filmkritik

Jeder kennt es: Der Herbst ist in vollem Gange, das Wetter draußen ist grau und kalt und das Einzige, was man tun kann, ist es sich auf der Couch gemütlich zu machen, sich einen Film oder zwei anzuschauen oder sich in ein Buch zu vertiefen. Ich lese immer noch an „Good as Gone“ und habe wirklich dringend eine Pause gebraucht. Also habe ich mich auf Sky umgeschaut und einen Film gefunden, den ich eigentlich schon als Buch zu Hause habe, der mich aber so interessiert hat, dass ich ihn kurzerhand angeschaut habe.

Also, um was geht’s in diesem Film? Für den fünfjährigen Jack und seine Mutter Joy spielt sich das gesamte Leben in einem einzigen Zimmer ab, den sie „Raum“ nennen. Sie besitzen nur einen Tisch, zwei Stühle, eine Matratze und einen Wandschrank.  Das ist alles, was ihnen der Mann, den die beiden nur „Old Nick“ nennen, zur Verfügung stellt. Der Mann, der Joy seit 7 Jahren gefangen hält, in dieser fensterlosen Hütte in seinem Garten. Ihrem Sohn ist die Außenwelt garnicht bekannt. „Raum“ ist alles was er kennt. In dem alten Fernseher, der ihnen zu Verfügung steht, sind seiner Meinung nach alle Menschen unecht, ausgedacht. Alles was echt ist, befindet sich in dieser Hütte. Er, seine Ma, Old Nick. Alles andere entspringt nur seiner Fantasie. Das Essen zaubert Old Nick durch Magie herbei und andere Menschen gibt es nicht. Doch dann  passiert etwas, dass ihn zweifeln lässt und seine Ma dazu bringt, ihm die Wahrheit über „Raum“ zu berichten. Die Situation spitzt sich zu und die beiden haben nur eine Chance, Old Nick zu entkommen: Jack muss nach draußen und Hilfe finden. Wird ihm das gelingen?

Meine Meinung: Ich war wirklich sehr, sehr gerührt. Vor allem weil alles so echt war. Bree Larson macht ihren Job unglaublich gut, alles was sie sagt und was sie tut nehme ich ihr ab und auch ihr Filmsohn Jack ist zauberhaft. Ich dachte vor dem Film, dass mich die Zeit in „Raum“ am meisten aufwühlen würde, aber dem war nicht so. Viel mehr hat mich die Zeit danach berührt. Der Weg, den die Charaktere einschlagen und wie sie mit verschiedenen Momenten zu kämpfen haben. Ich finde, man muss wirklich in der Stimmung für so einen Film sein, weil er keine leichte, lustige Geschichte verkörpert, sondern etwas, mit dem man noch lange zu kämpfen hat. Zum größten Teil habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie es Menschen gehen muss, die wirklich in so einer Lage stecken. Denken wir einfach mal alleine an die Entführungen in Deutschland. An Mädchen, die zu Frauen wurden, eingesperrt, vergewaltigt. Diese Dinge geschehen regelmäßig überall auf der Welt und ich finde, dass das Buch und der Film einem dieses Thema einfach nochmal näher bringt und aufzeigt, wie eine Mutter es schafft, für ihr Kind über ihre Grenzen hinaus zu wachsen und das Unmögliche zu schaffen.

Fazit: Ein ernstes Thema mit großartiger Besetzung. Verdienter Oscar Gewinner!

Rating: ★★★☆ – ★★★★★ (4,5 Sterne)

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2 Kommentare zu „Raum – Filmkritik

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