Allgemein

The Circle – Filmkritik

In der Arbeit und privat werde ich immer belächelt. Du bist viel zu positiv, zu optimistisch wird mir nachgesagt und, dass ich immer nur das Gute in allem sehen will. Ganz unrecht haben sie nicht. Ich sehe gerne das Positive an Menschen und Situationen. Auch bei Büchern oder Filmen und Serien gebe ich selten weniger als drei Sterne, wenn überhaupt. Ich beschönige dabei nichts, es ist wirklich meine Meinung, die ich zum Ausdruck bringe aber ich finde einfach so selten etwas so schlecht, dass ich damit unter die 3-Sterne-Marke gehen müsste. Tja, es gibt immer ein erstes Mal und als ich am Donnerstag Abend Richtung Kino gefahren bin, hätte ich selbst nie gedacht, dass ich jetzt, Tage später am PC sitze und mir immer noch nicht einfällt, wie ich etwas finden kann, dass das Geld, welches für diese Vorstellung ausgegeben worden ist, rechtfertigen würde. Bringen wir es hinter uns.

Der Inhalt Die junge Frau Mae arbeitet in einem Großraumbüro und verbringt den lieben langen Tag damit, Kunden zu beschwichtigen, die sich beschweren. Deshalb ist die Freude natürlich groß, als ihre beste Freundin sie bei der besten und größten Firma, dem Circle, in der sie selbst weit oben steht, weiterempfiehlt und Mae die Möglichkeit bekommt, dort ein Bewerbungsgespräch zu absolvieren. Beim Circle handelt es sich um ein Internetunternehmen, das die ganze Welt dominieren möchte. Ihr Ziel: Überwachung – je mehr, desto besser. Nach ihrem Gespräch darf Mae in einem Einstiegsrang ihre Arbeit beginnen: im Kundenservice. Jedoch wird sie aufgrund ihrer offenen, klugen und souveränen Art schon bald vom Firmengründer persönlich unter die Lupe genommen, der schnell gefallen an ihr findet. Sie soll die erste sein, die ihr Leben non-stop aufzeichnen soll und dabei von Millionen Followern verfolgt werden. Diese Chance bringt Mae dazu alles zu vergessen – ihre Eltern, ihre Freunde und auch die Skepsis – die sie von Anfang an quälte. Sie entscheidet sich für ein Leben im Rampenlicht. Mit fatalen Folgen.


Kurzinfo
➤ erschienen in Deutschland am 7. September 2017
➤ Mischung aus Science-Fiction und Drama
➤ in den Hauptrollen Emma Watson und Tom Hanks
Hier gibt’s das Buch

Meine Meinung Ich fühle mich ehrlich gesagt ein bisschen veräppelt. Der Film ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich kann einfach immer noch nicht glauben, was dem Zuschauer vorgesetzt wird. Die Geschichte beginnt extrem schnell, also wirklich. Ich muss dazu erwähnen, dass ich das Buch weder gelesen, noch einer größere Beachtung geschenkt habe und trotzdem war ich von Anfang an der Meinung, dass das ganze doch etwas schnell zur Sache geht. Sie ist arm, im nächsten Moment wird sie aufgenommen und dann ist sie auf einmal everybodys darling. Natürlich muss es in einem Film schneller gehen. Vieles muss gekürzt oder weggelassen werden, aber doch bitte nicht so! Bilder überschlagen sich die ganze Zeit. Die Story wird hinuntergerattert, so dass sich der Zuschauer überhaupt nicht auf die Geschichte einlassen kann, selbst wenn er wollen würde. Alles ist so vorhersehbar und abgekartet. Man baut keine Bindung zu den Charakteren auf, weswegen es einem dann auch nicht leid tut, wenn ihnen etwas schlimmes zustößt oder es ihnen schlecht geht. Selbst wenn es Momente gibt, die gut und überraschend wirken könnten, ist man noch so von der Szene davor eingenommen, dass man überhaupt keine Zeit hat mit dem Film mitzugehen. Ich liebe Emma Watson. Harry Potter zählt zu meinen absoluten Favoriten und sie zu meinen Lieblingsdarstellern, aber was bitte war los? Ich nehme ihr die Rolle nicht ab, sie spielt zwar gut, aber unglaublich oberflächlich und ich kann mich jetzt im Nachhinein an nichts, wirklich garnichts erinnern, was mir nachhaltig im Kopf geblieben wäre. Meine Enttäuschung ist immer noch unglaublich groß und ich bereue es, meine Zeit für diesen Film investiert zu haben und das ist mir bisher wirklich sehr selten passiert.

Fazit Stand heute meiner Meinung nach der schlechteste Film des Jahres, da kann auch ein Cast mit Tom Hanks und Emma Watson nichts daran ändern. Oberflächliche Erzählung einer an sich guten Idee. Ich denke, wenn man sich für die Story interessiert, wäre man mit dem Buch besser bedient.

Rating ★★☆☆☆☆ 

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7 Kommentare zu „The Circle – Filmkritik

  1. Danke für diese ernüchternde Filmkritik!
    Ich habe gerade das Buch gelesen und fand es sehr beeindruckend. Beim Lesen habe ich aber auch schon immer überlegt, wie man diese Geschichte vernünftig verfilmen könnte. Ich bin zu keiner Lösung gekommen. Es gibt darin einfach so unglaublich vieles, was man nicht in Bildern darstellen kann.
    LG Lilli

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Lilli,
      es freut mich, dass du zuerst das Buch gelesen hast und so ein ganz anderes Bild von der Idee des Circles hast. Ich bin mir sicher, dass das Buch sicher super ist und finde es schade, nicht zuerst mit lesen angefangen zu haben. Nach dem Film fehlt mir momentan einfach die Lust auf das Buch, das kennst du sicher. Danke für deinen lieben Kommentar und das du meine Meinung verstehst.
      Liebe Grüße, Jessi 🙂

      Gefällt 1 Person

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