Allgemein

zurück zum start

Wie beginnst du einen Eintrag nach Monaten der Abwesenheit? Nachdem sich eigentlich deine ganze Beschreibung geändert hat und du so viele Bücher auf deinem Stapel der Rezensionsexemplare hast, die du vor Monaten hättest rezensieren sollen? Und trotzdem konntest du nicht. Du konntest dich nicht zwingen einfach ein paar Zeilen zu schreiben, überhaupt etwas zu schreiben in dem Wissen, dass es der ganzen Arbeit die du in deinen Blog gesteckt hast nicht gerecht wird. Und du fängst immer wieder von vorne an. Wie viele einträge habe ich Schon begonnen und dann wieder beendet? Wie viele sind schon in meinen Entwürfen gespeichert? Ich kann sie nicht zählen. Und ich weiss nicht mal genau was mit diesem hier passiert. Bist du nur wieder ein weiterer Versuch? Ein Entwurf? Es ist so komisch mitanzusehen, wie sich alle deine „Kollegen und Kolleginnen“ auf Booktube weiterentwickeln, ihre Blogs verschönen und ihren Schreibstil verbessern aber du sitzt fest. Egal was du tust, wie sehr du dich freust wieder anzufangen zu schreiben, du kannst es nicht. Du öffnest deinen Blog und die Erinnerungen an die Zeit in den du ihn voller Hoffnungen und Wünsche eröffnet hast, verschwinden plötzlich wieder. Wer bist du eigentlich?
Inzwischen Schülerin, kurz vor dem richtigen Abitur (hoffentlich) und mit dem Wunsch zu studieren, weiter zu kommen und mich neu zu erfinden. Mehr zu sein als nur Bankangestellte oder Freundin, zu lernen auf mich selbst stolz zu sein.
Die letzte Zeit war vollgepackt mit Veränderung. Nicht nur beruflich sondern auch privat versuchte ich, mich selbst besser kennenzulernen. Ich ging mehr raus, war auf Reisen und lernte für mein Fachabitur. Zum lesen kam ich kaum mehr noch und stellte mir unterbewusst immer diese eine Frage, auf die ich keine Antwort wusste: „Fehlt nicht etwas?“ Lesen kann Welten öffnen. Etwas das mir immer half, wenn ich für ein paar Stunden fliehen musste. Aber nicht nur das Lesen fehlte mir auch. Ich sehnte mich auch danach, aufzuschreiben, was mich bedrückte und beschäftigte. Mit Menschen zu teilen, die mich nicht kannten, verurteilen konnten. Auf Booktube konnte ich die Person sein, die nicht davor Angst hatte, Gefühle und Ängste zu zeigen. Jemand, der offen und ehrlich ist.
Vor ein paar Wochen saß ich also in der Schule. Wir hatten Deutsch und sprachen über eine Gedichtanalyse und nur aus Zufall kam ich mit einem Mädchen in der Reihe hinter mir ins Gespräch. Sie liebte Bücher also empfahl ich ihr, doch einfach einen Blog zu machen und in diesem Moment spürte ich, das genau jetzt der Moment war, den ich mir so gewünscht hatte. Ihre Freude und ihr Elan, einen Blog zu machen und über ihre Leidenschaft, das Lesen, zu berichten, brachte mich meinem Traum endlich wieder ein Stück näher. Also sitze ich jetzt hier, Sonntag Abend, und klicke auf meinen Blog, der nun schon über 2 Jahre alt ist. Und endlich muss ich bei diesem Anblick lächeln, denn ich weiß, ich bin endlich wieder zu Hause.
Jessi ❤️
Allgemein

ein halbes Jahr ohne lesen – was ist passiert?

image.pngIch erinnere mich noch an das letzte mal als ich etwas für meinen Blog verfasst habe. Ich bin auf meinem Bett im Schlafzimmer gelegen, neben mir meine beiden Katzen und vor mir ein Buch, welches ich nie wieder aus dem Gedächtnis verlieren würde, weil es so gut war. 

Wenn man sich so etwas aufgebaut hat, seine eigene kleine Welt voll mit Büchern und Filmen, kann man sich oft nicht mehr vorstellen, was etwas an dieser Leidenschaft ändern soll. Ich wusste es auch nicht. Bis ich es selbst erleben musste.

Mein Blog hat sich auf Dinge konzentriert, die sich mit meiner Meinung befasst haben. Ich habe das getan, was ich immer schon geliebt habe und irgendwann wollte ich es nicht einfach nur erleben, sondern ich wollte anderen mein Erlebnis teilen lassen. Mein persönliches Leben habe ich meistens außen vor gelassen – vor allem weil ich mir nicht vorstellen konnte das es jemanden interessieren könnte. 

Doch nachdem nun so viel Zeit vergangen ist, muss ich es mir einfach von der Seele schreiben. Nicht nur als Erklärung sondern zum Großteil auch für mich. 

Es gab jemanden, der mir half, meinen Blog aufzubauen. Jemanden, der meine Bilder machte und meine Rezensionen las, mir sagte, wenn ich übertrieb und mir half, wenn ich nicht wusste was ich schreiben sollte. Eine Person, die meine Träume teilte und mit der ich das erste mal erleben durfte, wie es ist, jemanden mehr zu lieben als sich selbst. Wenn man so einen Menschen verliert, weiß man häufig zuerst nicht, was einem fehlt. Ich meine, man weiß, dass etwas gegangen ist, was dir wichtig war, aber die Feinheiten, die Kleinigkeiten, bemerkst du erst viel später. Erst dann, wenn du denkst, du würdest dich auf dem Weg der Besserung befinden. 

In den letzten Monaten konnte ich nicht lesen, ich konnte keine Serien beginnen, weil alles was ich tat, mich an die Vergangenheit erinnerte und das wollte ich einfach erstmal ablegen. 

Heute habe ich zum ersten mal wieder gelesen. Es fühlt sich richtig an und noch richtiger ist es für mich, endlich wieder mit dem schreiben zu beginnen. Ich freue mich auf die Zukunft.