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Glennkill – Rezension

Vor kurzem habe ich mein altes Tagebuch wieder gefunden. Ja, auch ich hatte als 10-jährige eins dieser Diddl-Bücher mit Schloss, damit man sich auch richtig wichtig und erwachsen vorkommt. Ganze 4 Jahre habe ich es verwendet, bis meine Lust zu schreiben, in das verträumte anschmachten an Jungs überging. Ich habe jedenfalls darin herumgeblättert und habe ein Bild entdeckt, welches mich mit meiner Oma zeigt, umgeben von Büchern in ihrem Wohnzimmer. Besonders ein Buch ist mir ins Auge gestochen, etwas, dass ich damals gelesen hatte, mir aber nicht mehr viel darunter vorstellen konnte. Auf gut Glück ging ich also zu meinem geliebten Bücherregal und suchte danach. Ein kleines Taschenbuch, unauffällig und wirklich sehr abgenutzt, weil seine Besitzerin damals leider noch nicht so sorgfältig mit ihren Büchern umging wie heute. Und tatsächlich: Achtlos in einer Ecke lag es, das Buch, welches ich gesucht hatte: Glennkill. Ich hatte einfach Lust, es wieder zu lesen. Ich kann nicht erklären, wieso ich es lesen wollte. Ich habe unglaublich tolle Bücher im Regal, alle ungelesen und manche sogar noch eingepackt. Ich wollte einfach diese Erinnerung wiederherstellen, meine Kindheit und die Zeit mit meinen Großeltern noch einmal durch dieses Buch erleben. Also habe ich genau das getan und dieses tolle Buch erneut gelesen.


Randomhouse Verlag

Kurzinfo
– erschien im April 2012
– Genre: Schafskrimi
– 384 Seiten
– hier erhältlich


Der Inhalt? Der Schäfer George Glenn liegt eines Tages leblos im Gras, auf der Herde seiner Schafe. In seiner Brust befindet sich eine Spitzhacke. Da stellen wir uns natürlich die Frage: Wer hat diesen Mann umgebracht? Und warum? Diese Frage stellen sich auch George’s Schafe. Denn er hat ihnen immer regelmäßig vorgelesen und so sind diese natürlich schon bestens informiert. Miss Maple, das klügste Schaf, beginnt dem Fall nachzugehen und setzt auf ihre Brüder und Schwester zur Lösung. Langsam kommen sie der Menschenwelt auf die Schliche und decken so manche Ungereimtheiten auf. Ihr Weg ist lang und sehr aufregend, denn sie müssen das erste Mal ihre geliebte Weide verlassen und über Weiden zu Kirchen, Klippen und anderen Orten wandern um hinter das Geheimnis des verstorbenen Schäfers zu kommen. Wird es Miss Maple und ihrer Herde gelingen?

Meine Meinung: Ich liebe den Schreibstil dieser Autorin und denke im Nachhinein, dass ich einfach zu jung gewesen sein muss und dieses Buch einfach nicht genug geschätzt habe. Denn nach diesem re-read werde ich es nicht mehr vergessen. Leonie Swan schreibt wirklich fantastisch, denn dieses Buch bedient nicht nur Humor, sondern eben auch Poesie, Leid und so vieles mehr. Ich habe an so vielen Stellen laut gelacht und mich so in die Schafe und ihre verschiedenen Eigenschaften verliebt. Und trotz dieser Mischung aus den verschiedenen Emotionen, baut dieses Buch doch eine gewisse Spannung auf, die sich bis zum Ende des Buches zieht. Ich war gefesselt und konnte einfach nicht aufhören zu lesen, selbst wenn ich gewollt hätte. Endlich mal Abwechslung zu den sonst so ähnlichen Büchern, bei denen man, wenn man lange das selbe Genre liest, das Gefühlt hat, so viel in dem anderen wieder zu erkennen. Es ist wundervoll, mitzuverfolgen, wie wenig die Schafe uns als Menschen verstehen können und wie verwirrt sie von unserer Sichtweise sind. Es ist so wichtig, manchmal einfach etwas Abwechslung in sein Leseverhalten zu bringen und ich danke dem 14-jährigem Ich dafür, dem Buch nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, denn so konnte ich es nochmal lesen und es auf meine Favoritenliste 2017 setzen.

»Menschen haben keine Seele. Keine Seele, kein Geist. So einfach ist das.« »Wie kannst du so etwas sagen«, protestierte Moppel. »Wir wissen doch gar nicht, ob Menschen auch eine Seele haben. Es ist vielleicht nicht wahrscheinlich, aber möglich ist es.«

Fazit: So skurril, voll mit trockenem Humor und etwas ganz anderes. Eine riesige Leseempfehlung.

Rating: ★★★★★

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4 Kommentare zu „Glennkill – Rezension

  1. Danke dir für diesen schönen Beitrag!
    Ich habe mir Glennkill als Hörbuch (mit Andrea Sawatzki als Vorleserin) zu Gemüte geführt und es war einfach überragend. Ich liebe diesen trockenen Humor, selten habe ich so gelacht 😀 Auch die Fortsetzung ist absolut lohnenswert 🙂

    Liebste Grüße,
    Ida

    Gefällt 1 Person

  2. Lustig, erst vor ein paar Tagen hab ich gedacht, dass ich nur wenige Bücher mit Tieren als Hauptfigur kenne, an Glennkill hab ich dabei gar nicht gedacht. Dabei fand ich es so gut, als ich es gelesen hatte, ich muss es auch unbedingt noch einmal lesen 🙂
    VG Jennifer

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