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Stephen King: Das Spiel – Rezension

Endlich habe ich nach einem ganzen Monat meinen nächsten Stephen King Klassiker vollendet. „Das Spiel“ (engl. „Gerald’s Game“). Ich bin leider die Art von Person, die es nicht aushält, immer nur an einem Buch gleichzeitig zu lesen, sondern an gefühlten hundert Stück. Dieses war mein ich-lese-dich-während-meiner-Mittagspause-sonst-überlebe-ich-den-Tag-nicht-Buch und als ich heute kurz vor Dienstschluss die letzte Seite umgeblättert habe, konnte ich es doch nicht glauben, dass es wieder vorbei war. Ja, ich weiß, dass ich lange genug gebraucht habe, und wenn ihr wüsstet, wie viele Bücher sich alleine in den letzten Wochen wieder bei mir angehäuft haben, würdet ihr noch weniger verstehen, wieso ich diesem Buch noch nachtrauere. Aber vielleicht kann ich es euch in den kommenden Zeilen noch etwas näher bringen.

Stephen King’s „Das Spiel“

Was passiert in „Gerald’s Game“? Das Buch handelt von dem Ehepaar Jessie und Gerald Burlingame, die ihrer Ehe einen neuen Schliff verpassen möchten. Deshalb ziehen sie sich am Wochenende in ihr einsames Sommerhaus zurück, um etwas neues auszuprobieren. Gerald fesselt seine Frau ans Bett und geht davon aus, dass diese die selbe Freude und Leidenschaft dabei empfindet, wie er. Jedoch liegt er damit mehr als falsch: Denn Jessie verbindet diese Situation mit schlimmen Vorfällen ihres jungen Lebens und hält daher gar nichts von den neuen Sexspielchen ihres Mannes und versetzt ihm, als dieser nicht auf sie hören will, einen Tritt – mit tödlichen Folgen. Seine Frau ist verzweifelt. Sie selbst, die nach wie vor mit Handschellen an das Bett gefesselt ist bemerkt schnell, dass ihre Situation zu einem echten Albtraum werden kann, wenn sie nicht bald eine Möglichkeit findet, sich zu befreien. Als dann die Nacht einbricht, bekommt Jessie unheimlichen Besucher, bei denen sie bald nicht mehr weiß, ob diese real sind oder doch nur in ihrer Einbildung existieren.


Kurzinfo
→ der Roman ist im Heyne Verlag erschienen
→ in Deutschland erschienen am 02. Juni 2009
→ 480 Seiten
Hier erhältlich

Meine Meinung: Ich liebe Thriller, Krimis, Psychothriller und so weiter. Aber puh, dieses mal musste ich wirklich teilweise schlucken. In der Handlung passiert zunächst sehr wenig. Da sich unsere Protagonistin von Anfang an gefesselt am Bett befindet, muss King eine Atmosphäre schaffen, die den Leser nicht langweilt, obwohl sich von der Kulisse wenig ändert. Und natürlich, wie man es von unserem Stephen kennt, schafft er das natürlich. Wir erleben Jessie nicht nur im jetzt, sondern erfahren unglaublich viel über ihre Familie und ihre Vergangenheit, was uns aufzeigt, wieso sie zu der Frau die sie heute ist wurde. Diese Spannung, die von Seite 1 bis zum Schluss gehalten wird, ist unglaublich und ich hätte niemals gedacht, wie das bei dieser Thematik sein kann und mit dem, was am Ende passiert, hat wohl niemand gerechnet. Auch wenn ich einen Monat gebraucht habe, finde ich, dass ich wirklich zügig durch die kleingedruckten Seiten geflogen bin und jetzt, ein paar Stunden nach der Beendigung meines Buches, hängen meine Gedanken immer noch an dieser Geschichte und genauso sollte es auch sein. Leider gibt es auch etwas, das mich ein wenig gestört hat. Ja, es war spannend und gut durchdacht, und mir würde auch kein anderer Autor einfallen, der diese Spannung so aufbauen könnte wie dieser. Aber die Entscheidungen, die unsere Protagonistin trifft, sind manchmal noch mehr, als einfach nur aus der Luft gegriffen und die ganzen Monologe und Rückblicke wirken in wenigen Momenten auch etwas überladen und störend.

Fazit: Nichts für Menschen mit schwachen Nerven, da teilweise sehr ins Detail gegangen wird und das muss man einfach mögen. Aber wenn man offen ist für etwas neues und sich endlich mal wieder richtig gruseln will, ist man hier genau richtig. Ich war so sicher was mich erwarten würde und wurde immer wieder eines besseren belehrt. Das Ende ist so überraschend, das niemand damit hätte rechnen können.

Rating: ★★★★☆

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8 Kommentare zu „Stephen King: Das Spiel – Rezension

  1. Eine sehr interessante Meinung zu einem Roman, den ich schon lange nicht mehr gelesen habe. Ich muss sagen, dass ich von „Das Spiel“ bei seiner Erstveröffentlichung 1992 etwas enttäuscht war, weil mir in der Handlung etwas zu wenig passierte – was natürlich dem Szenario geschuldet ist. Heute glaube ich, dass es vor allem daran lag, dass im selben Jahr ja auch noch „Dolores“ erschien, das so absolut King-untypisch war, dass ich befürchtete, ab sofort würde King nur noch in diesem Stil schreiben.

    Nun, ich war jung und unflexibel 😉 .

    Ich glaube, ich sollte den Roman noch einmal lesen. Sicherlich sehe ich ihn heute mit vollkommen anderen Augen als damals.

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    1. Hallo Michael, ich weiß genau was du meinst. Ich habe anfangs auch etwas Zeit gebraucht und konnte das Buch auch wirklich nur lesen wenn ich auch wirklich in der Stimmung dafür war. „Dolores“ habe ich zwar bisher noch nicht gelesen, jedoch will ich das dieses Jahr noch nachhole und bin gespannt ob ich deine Meinung teilen kann. Vielleicht gefällt dir „das Spiel“ beim zweiten Mal auch besser, gib auf jeden Fall Bescheid, falls du es erneut lesen solltest. 🙂
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

      1. Ich habe den Roman sicher schon ein zweites Mal gelesen, das ist aber auch schon wieder Jahre her. Vom reinen Stil und allem und auch von der Stimmung fand ich ihn auch damals schon ziemlich gut, aber es war eben nicht Kings stärkste Phase.

        Aber wenn ich mich noch einmal heranwage, dann melde ich mich 🙂 .

        Liebe Grüße zurück!

        Gefällt 1 Person

  2. Mir geht es wie Michael – ich habe ihn damals als eher langweilig und zäh empfunden. Ist aber echt auch schon lange her. Aber ich weiss, dass dies das Buch war, dass mich von King weg getrieben hat – davor hatte ich seine Bücher inhaliert wie ein Kettenraucher.

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      1. Das wünsche ich Dir auch.
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        Shining,
        Cujo fand ich gut – ist nicht ganz so brutal wie der Film, da man mehr von dem Hund erfährt.
        Das Mädchen hat mir auch gefallen. Das Ende hätte ich mir anders gewünscht – aber der Weg war spannend.
        Friedhof der Kuscheltier hat mir auch gefallen.

        Aber das sind auch alles Bücher, die ich vor langer Zeit gelesen habe. Die Erinnerung kann vielleicht bisschen täuschen.

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